Tanznacht Berlin 2000-2008. Ein Format im Wandel.

Die TANZNACHT BERLIN präsentiert in Form einer Biennale, die konzeptuelle und ästhetische Vielfalt choreografischer Arbeiten, von in Berlin lebenden und arbeitenden Künstlern einem breiten lokalen und internationalen Publikum.

Initiiert wurde die erste TANZNACHT BERLIN 2000 von der damaligen Künstlerischen Leiterin der Tanzfabrik Berlin, Claudia Feest, die zwei Jahre zuvor die mit der Tanzfabrik Berlin assoziierten Choreografen, Musiker und Tänzer eingeladen hatte, das 20jährige Bestehen dieses Produktions-, Aufführungs- und Ausbildungsortes mit einer rauschenden Gala in der Akademie der Künste zu feiern. Dieses künstlerische „Familientreffen“ setzte neben einem intensiven Austausch für die Künstler auch kulturpolitisch Signale. Die Gala verdeutlichte schlagartig das kreative Potential des zeitgenössischen Tanzes in Berlin. Nach dem großen Zuspruch durch Publikum, Künstler und Kulturpolitiker suchte Claudia Feest nach einem Format, um dem zeitgenössischen Tanz in Berlin auch zukünftig eine repräsentative Plattform zu bieten.

2000 fand in Zusammenarbeit der Tanzfabrik Berlin mit dem Theater am Halleschen Ufer (THU) unter der künstlerischen Leitung von Claudia Feest, Eva-Maria Hoerster und dem damaligen Künstlerischen Team des THU, Zebu Kluth und Björn Dirk Schlüter die erste „TANZNACHT BERLIN – Eine Lange Nacht des Zeitgenössischen Tanzes“ statt. Die TANZNACHT publizierte 2000 erstmalig einen Katalog unter dem Titel Tanz made in Berlin. Er porträtierte ausgewählte Berliner Choreografen ausführlich in Bild und Text in Form von Biografien, künstlerischen Konzepten, aktuellen und zukünftigen Projekten und ihrem Repertoire und war um einen umfangreichen Adress- und Informationsteil ergänzt. Tanz made in Berlin war zugleich das Motto des ersten TANZNACHT Abends und avancierte zum Label dieses kontinuierlich wachsenden Tanzereignisses. Die Akademie der Künste war von seit 2000 – 2006 Partner und Aufführungsort der TANZNACHT, da sie sich traditionell mit dem zeitgenössischen Tanz verbunden fühlt, sich als Aufführungsort durch ihre internationalen Tanzfestivals in den 80er Jahren etablierte und zugleich dezentrale Aufführungsstätte der Berliner Tanzszene ist.

Die TANZNACHT BERLIN/ Tanz made in Berlin wird seit 2000 durch die finanzielle Förderung des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht.

2002 hatte sich die TANZNACHT BERLIN als Biennale etabliert und zugleich um Tanz made in Berlin, ein gemeinsames Programm der Berliner Bühnen, erweitert. Dieses Format präsentierte abendfüllende Produktionen, deren Form es nicht erlaubte, in kurzen Ausschnitten während der TANZNACHT gezeigt zu werden. (Leitungsteam: Claudia Feest & Eva-Maria Hoerster (Tanzfabrik Berlin) und Björn Dirk Schlüter & Isabel Pflug (Theater am Halleschen Ufer)).

2004 nahmen acht Partnerbühnen am Programm Tanz made in Berlin teil. Das Programm für die TANZNACHT BERLIN 2004 kuratierten nach der Eröffnung des Hebbel am Ufer (HAU) und dem dortigen Leitungswechsel Claudia Feest, Eva-Maria Hoerster (seit Dez. 2003 Künstlerische Leiterin der Tanzfabrik) und Bettina Masuch, Tanzdramaturgin des HAU. Da Produktionen zunehmend in weit verzweigten europäisch-künstlerischen Netzwerken realisiert werden fand 2004 ergänzend zu Tanz made in Berlin die Reihe coop 3 plus statt – ein Kooperationsprojekt von osteuropäischen und Berliner Choreografen.

2006 einigten sich die Veranstalter darauf, dass es aus Gründen der Neutralität wünschenswert wäre, wenn ein außenstehender Leiter dem Minifestival ein neues Profil verliehe. Heike Albrecht, die zuvor in Leipzig gearbeitet hatte, entwickelte damals im Dialog mit den beteiligten Künstlern ein thematisch orientiertes Programm, in dem sie nicht nur unterschiedliche tänzerische Generationen wie die Hip Hopper “Flying Steps” und die Grande Dame des Tanztheaters Susanne Linke miteinander in Zwiesprache treten ließ, sondern auch Künstler, die bislang kaum auf großen Berliner Bühnen vertreten waren, zumindest mit Videoarbeiten präsentierte. Die Reaktionen von Publikum und Szene waren dermaßen positiv, dass Albrecht direkt im Anschluss die Leitung der Off-Kunst-Stätte Sophiensaele angeboten wurde.

Die fünfte Ausgabe der Biennale Tanznacht Berlin 2008 hat sich mit einem neuen Konzept an einer neuen Spielstätte grundlegend erneuert.

Der Kurator Peter Stamer und sein Team präsentierten die Tanznacht Berlin erstmalig als viertägiges Festival in den Uferhallen im Wedding mit über 40 verschiedene Veranstaltungen. In den insgesamt 4.000 qm großen Hallen (Studio 1+2, Cafeteria, 660 Halle, Fertigmacherei) wurden 14 wichtige und neu zu entdeckende abendfüllende Arbeiten von in Berlin lebenden und arbeitenden Choreografen gezeigt, darunter eine Uraufführung und mehrere Deutschland- und Berlinpremieren, außerdem Lesungen, Filme, Konzerte und Videoinstallationen. Mit Trainings, Workshops, Show & Tell und public interventions wurde das Publikum zudem erstmals zum mitmachen eingeladen. In der ehemailgen Fertigmacherei der Uferhallen entstand ein temporärer Trailerpark, dessen acht Wohnwagen Berliner Choreografen umgebaut und eingerichtet haben.

Der Offene Kanal Berlin war erstmalig Medienpartner der Tanznacht und hat die zahlreichen Veranstaltungen der Tanznacht in ihrem Sendeprogrammm mit Vorberichten, Interviews und Aufzeichungen der Aufführungen begleitete. Die Redaktion verantwortete das Tanznacht Team, die Moderatoren kamen aus dem Berliner Performance Szene.

Zahlreiche Veranstaltungen waren kostenfrei oder fielen unter die „pay as you wish“ Regelung. Jeder zahlte vor Ort für Workshops, Training oder Installationen nur so viel wie er wollte. Für die kostenpflichtigen Abendveranstaltungen konnte man mit dem Pass „5 auf einen Streich“ Tickets zu einem deutlich reduzierten Preis gekaufen. ask me questions Erstmals war es möglich, Tickets für die Tanznacht parallel zu Vorverkauf und Abendkasse auch online zu erwerben.

weitere Infos / Archiv: www.tanznacht-berlin.de

Künstler und Wissenschaflter TANZNACHT BERLIN 2008
Antonia Baehr | Agnès Benoit-Nader | Veronika Blumstein & Peter Pleyer | BVG-Orchester | Laurent Chétouane | Christina Ciupke & Nik Haffner | Franz Anton Cramer & Guests | Jess Curtis & Maria Scaroni | Astrid Endruweit | Nathan Fuhr  | Ami Garmon | Paul Gazzola | Frédéric Gies | Vanessa Huber-Christen & Lorenz Huber | Sabine Huschka & Gäste | Krisana Locke | LaborGras | Lara Martelli & Felix Ruckert | Andreas Müller | Gisela Müller | Martin Nachbar | Robyn Orlin | Petra Martin | post theater [new york / berlin / tokyo] | Colette Sadler | Odile Seitz & Frédéric De Carlo | Zufit Simon | SISSIMETALL | TWO FISH | Be van Vark | Jeremy Wade | WILHELM GROENER | Christoph Winkler Trailer Park: Paul Gazzola | Andreas Müller & Bo Wiget | Friederike Plafki | ON AIR (Frauke Havemann/Eric Schefter/Neal Wach) | Alessio Trevisani | Antonia Baehr | Astrid Endruweit |  Peter Trabner & Friends | Robin Detje & Elisa Duca | Felix Ott & Rob Liethoff | Raliza Nikolowa & Maik Riebort | Anna Myga Kasten | Rhys Martin | Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz – Pilotprojekt Tanzplan Berlin mit den Studienprogrammen BA Zeitgenössischer Tanz, Kontext, Choreographie, MA Solo/Dance/Authorship (SODA) und MA Choreographie | Gesten-Seminar der Tanzwissenschaft der FU Berlin u.v.a. Moderatoren Tanznacht TV: Leopold van Verschuer | Lisa Lucassen (she she pop) und Sebastian Bark | Alexander Schröder  | Peter Stamer

Künstler TANZNACHT BERLIN 2006
Susanne Linke | Amigo, Ritsche & Zast / Mio & Robo | Zufit Simon | wee dance company | Helmut Lachenmann/Xavier Le Roy | Caroline Picard | Jeremy Wade | Streugut mit Martin Clausen, Sten Rudstrom, Zufit Simon, Ingo Reulecke, Alexander Frangenheim | Thomas Lehmen | Raffaella Galdi | Frédéric Gies mit Isabelle Schad, Odile Seitz, Frédéric De Carlo | Two Fish/Angela Schubot | Martin Nachbar | Flying Steps / B-Town Allstars | Claudio „Claw“ Loverso | Eszter Salamon | Johan Lorbeer | Paula E. Paul | Lynn Pook | Ami Garmon | Volker März – UNOS UNITED | Susanne Martin & Bronja Novak | Maren Strack | Anne Retzlaff & Sissimetall | Bernadette La Hengst | Christoph Winkler | Anja Hempel | WILHELM GROENER | ON AIR/Havemann, Schefter, Wach | Lindy Annis | Christina Ciupke, Nik Haffner & Lucy Cash| Katrin Schoof | post theater [new york / berlin / tokyo] | Paul Gazzola | cri du coeur Fine Kwiatkowski & Willehad Grafenhorst.

Tanz made in Berlin 2006
Spielstätten:

ada77, Akademie der Künste/Pariser Platz, Ausland, Ballhaus Naunynstraße, Ballhaus Ost, Clärchens Ballhaus, DOCK 11, fabrik potsdam, HALLE-TanzBühne, HAU 1-3, Radialsystem V, Schaubühne Studio LaborGras, Kunsthaus Tacheles, Tanzfabrik Berlin, Sophiensaele, TanzWerkstatt Berlin, tesla, Villa Elisabeth, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Künstler:
Martin Bélanger | Alice Chauchat | cie. toula limnaios | Jo Fabian | Paul Gazzola | Frédéric Gies | LaborGras & Götz Dihlmann | Benoît Lachambre | Michael Laub | Jan Lauwers & Needcompany | Thomas Lehmen | Constanza Macras & Thomas Ostermeier | Gerhard Maaß | Lawrence Malstaf | Susanne Martin & Bronja Novak | matanicola | Eva Meyer-Keller | Livia Patrizi | Stefan Pente | Britta  Pudelko | Alexandre Roccoli | Tanzcompagnie Rubato | Felix Ruckert | Sasha Waltz & Guests | Isabelle Schad | Meg Stuart & Damaged Goods | Two Fish | Litó Walkey | William Wheeler | WILHELM GROENER | Christoph Winkler.

Künstler TANZNACHT BERLIN 2004
Alex B | Christina Ciupke | Juan Dominguez | Luc Dunberry | Riki von Falken| Ami Garmon| Hans-Werner Klohe | Anja Hempel | LaborGras| Jochen Roller| Constanza Macras| Martin Nachbar | Paula E. Paul | Ingo Reulecke| Felix Ruckert | Eszter Salamon | Isabelle Schad | cie. toula limnaios | TRAVA| TWO FISH| WILHELM GROENER | Christoph Winkler

Tanz made in Berlin 2004
Dock 11, HALLE, Hebbel am Ufer, Schaubühne am Lehniner Platz, sophiensæle/Tanztage, Studio LaborGras, Tanzfabrik Berlin.

coop 3 plus | Veranstaltungen 2004
WILHELM GROENER / Katrin Essenson, annahuber.compagnie | Kristyna Lhotáková , Thomas Lehmen / Mart Kangro, Katarzyna Kozyra, Bojana Kunst

Künstler TANZNACHT BERLIN 2002

Christina Ciupke & Gisela Dilchert | Jo Fabian & department | Riki von Falken | Paul Gazzola | Frauke Havemann & Eric Schefter | Anna Huber & Fritz Hauser | LaborGras | David Hernandez | Thomas Lehmen | cie. toula limnaios | Constanza Macras | Petra Bogdahn, Ralf Krause & Paula E. Paul | Ingo Reulecke & Thomas Kiesel | Tanzcompagnie Rubato | Felix Ruckert | Tino Sehgal | Two Fish | Be van Vark | WILHELM GROENER | Christoph Winkler

TANZ made in BERLIN 2002
Tanzfabrik Berlin, Theater am Halleschen Ufer, Dock 11, Schaubühne am Lehniner Platz, Tanztage/sophiensæle, TanzWerkstatt/Podewil

Künstler TANZNACHT BERLIN 2000
Marguerite Donlon | Rubato | Alex B. | Riki von Falken | Xavier Le Roy | Christina Ciupke | cie toula linaois | Jo Fabian / Departement | Thomas Lehmen | Sasha Waltz | Howard Katz | ON AIR Frauke Haveman & Eric Schefter | Ami Garmon | Christoph Winkler | Helge Musial | Be van Vark | Luc Dunberry & Juan Cruz Diaz de Garaio Esnaola| Constanza Macras

Bühnenprogramm am 10.12.2000
In situ productions | Alex B. | Stephanie Maher | Felix Ruckert |  Sasha Waltz | Buts, Flint & Jäckle | Luc Dunberry & Juan Cruz Diaz de Garaio Esnaola

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